Der schwarze Hund im „Rabloch“

In Heckendalheim und Ommersheim ging folgende Sage vom „Aarem“ (Adam) um.

Der Aarem aus Ommersheim war wohl so in den 40 bis 50er Jahren und im vorletzten Jahrhundert als Knecht in Heckendalheim beschäftigt. Über die Woche blieb er bei seinem Herrn, am Wochenende lief er nach Hause. Meistens machte er sich spät, schon nach Anbruch der Dunkelheit auf den Weg.

Eines Tages, als er in Heckendalheim durchs Unterdorf schritt, kam plötzlich ein ungewöhnlich großer, tiefschwarzer Hund auf ihn zu, um dreimal in auffälliger Weise um ihn herumzulaufen. Der Aarem dachte zunächst, es wäre der Hund vom Metzger, blieb daher stehen und wollte auf diesen warten. Er war auch ganz froh darüber, nicht ganz allein in der Dunkelheit zu sein.

Da sich aber weder der Metzger noch sonst jemand blicken ließ, ging er weiter, mit ihm der Hund. Nach einigen hundert Metern, als der Aarem gerade die Brücke über den Talbach überschritt, umkreiste ihn der schwarze Hund erneut. Dem Aarem wurde es jetzt ganz unheimlich. Schnellen Schrittes ging er dem „Rabloch“ entgegen. „Rabloch“ nennt man ein Stück des Weges zwischen Heckendalheim und Ommersheim, das sehr steil den Berg hinaufführt. Immer schneller hastete er den Berg hinauf. Auf halber Strecke umkreist ihn der Hund erneut, stellte sich anschließend senkrecht an ihm empor, schaute ihn mit feurigen Augen an und verschwand dann in einem Seitenwege.

Der Aarem traute sich nicht einmal, dem Tier nachzusehen, sondern lief stattdessen so schnell wie möglich nach Ommersheim, wo er sein Erlebnis in der nächsten Wirtschaft zum besten gab. Auch dem Ortspfarrer kam die Geschichte so zu Ohren, worauf er sich den Aarem einbestellte und ihm folgenden Rat gab: Wenn Du dem Tier noch einmal begegnen solltest, sprich es an und sage: Bist Du von Gott, so gehe zu Gott! Bist du vom Bösen, so gehe zum Bösen! Kann ich dir helfen, ohne mir zu schaden, so tue ich es!

Dem Aarem aber, so erzählen es die Leute, war nie mehr die Gelegenheit gegeben, diesem Rat zu folgen.

Übrigens, noch in den 1930er Jahren stattete sich so mancher mit einem Schutzbrief gegen den schwarzen Hund im Rabloch aus, auf dem genau dieser Rat des Pfarrers geschrieben stand. Im Museum des saarländischen Aberglaubens lässt sich so ein Zettel bestaunen. Ein Foto davon gibt es |➚| hier.

 Diese und weitere Sagen kann man hier nachlesen: Karl Lohmeyer: Die Sagen der Saar – Gesamtausgabe. Geistkirch-Verlag, Saarbrücken 2011.

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