Neuzeit

Das 19. Jahrhundert und die Industrialisierung bringt tiefgreifende Folgen für das gesamte Gebiet mit sich. Die Landwirtschaft als Ernährungsgrundlage verliert an Bedeutung. Die Stahlhütten der Region und die Porzellanfabrik in Saargemünd sind nun Hauptarbeitgeber. Die Ortschaften im Bliesgau verwandeln sich von Bauerndörfern zu Industriearbeiterwohnorten.

Den Deutsch-Französischen Krieg von 1870/71 übersteht die Region unbeschadet, auch wenn in unmittelbarer Nähe, in Spicheren, heftige Kämpfe toben.  Nach dem Ersten Weltkrieg (1914-1918) gehört der Bliesgau von 1920 bis 1935 zum „Saargebiet“ und wird vom Völkerbund verwaltet. Mit der Saarabstimmung am 13. Januar 1935 wird das Saarland und der Bliesgau deutsch. Hin und her.

Im Zweiten Weltkrieg 1939 – 1945 liegen viele Orte in der „Roten Zone“, dem Gebiet bis ca. 10 km hinter der Reichsgrenze zu Frankreich. Richten die in den ersten Kriegsmonaten stattgefundenen Grenzkämpfe noch relativ wenig Schaden an, so trifft dies für die letzten Kriegsmonate, zwischen Dezember 1944 und März 1945, nicht mehr zu. Die Bevölkerung wird mehrfach evakuiert. Die Ortschaften liegen in Schutt und Asche. Viele Opfer an Menschenleben und Material sind zu beklagen.

Nach 1945 wird der Bliesgau erneut französisch. 1957 schließt sich das Saarland und damit auch die Region der Bundesrepublik Deutschland an. Der ständige Wechsel von Zugehörigkeiten nimmt sein vorläufiges Ende.

1974 verlieren die meisten Orte im Zuge der Gemeindereform ihre Eigenständigkeit.

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