Die Sage vom Blechernen Müller

Info-Tafel

Im Klosterwald zwischen Walsheim und Medelsheim steht eine Info-Tafel, die uns die Sage vom Blechernen Müller erzählt, mehr oder weniger genau da, wo der Müller auch heute noch sein Unwesen treibt…. Auf der Tafel steht:

„Zu Zeiten des Klosters Medelsheim stand im Erzental eine Mühle, die Klostermühle. Der Müller war als Geizhals weit über die Grenzen des Blieslandes bekannt. Seine Waage, Malter und Scheffel sollen bemerkenswert klein gewesen sein. Stets zog er zuviel Kleie ab und berechnete einen viel zu hohen Feuchtigkeitsgehalt. Die Bauern, die ihm auf Gedeih und Verderb ausgeliefert waren, hassten ihn bis aufs Messer. Seinen Knecht, von dem er sich aus purem Geiz schwere Schuhe aus Eisenblech hat anfertigen lassen, jagte er, anstatt ihm Lohn zu zahlen, wie einen räudigen Hund von der Mühle. Der Knecht verfluchte ihn und wünschte: „Nach deinem Tode sollst du noch in deinen Blechschuhen einherwandeln“. Dieser Fluch ging in Erfüllung.

Nachdem der Müller auf dem Friedhof in Walsheim beigesetzt worden war, soll ihn nächtens der Geiz aus dem Grabe getrieben und ihn in seiner Mühle nach dem heimlich angehäuften Gold- und Silberschätzen haben suchen lassen.

Der Müller hat seine Schätze leider nie gefunden. Sie liegen noch heute in der Erde des Klosterwaldes und der Blecherne ist nach wie vor auf der Suche danach. So kommt es, dass an manchen Abenden im Erzental ein blechernes Schreiten und Gerappel gehört werden kann, so al ob der Blechmüller mit seinen Eisenschuhen wieder im Anmarsch ist. Der eine oder andere Wandersmann will den Fluchbeladenen bei seinem Treiben gar schon gesehen haben.“

Falls jemand den Blechernen vor die Linse kriegt, schickt uns das Foto!

Diese und weitere Sagen kann man hier nachlesen: Karl Lohmeyer: Die Sagen der Saar – Gesamtausgabe. Geistkirch-Verlag, Saarbrücken 2011.

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