Eschringen

Der Ort liegt am westlichen Rand des Bliesgaus. Eschringen zählt aber zu ältesten Siedlungen des Saarlandes. Kelten und Römer sind nachgewiesen. Der von dem fränkischen Edelmann Askarich abgeleitete Ortsname, fränkische Gräber auf dem Schneidersberg und über dem Ponsbachtal (6./7.Jh.), sowie seine frühe urkundliche Ersterwähnung weisen auf eine Gründung zwischen den Jahren 460 und 480 n.u.ZR. An der Stelle des Ortes Ponsheim, der schon vor 1400 eingegangen ist, steht heute der Ponsheimer Hof.

Bis zum Jahr 1793 hatte die Prämonstratenserabtei Wadgassen Besitz in Eschringen. Auch der Deutschherrenorden aus Saarbrücken und das Wilhelmitenkloster Gräfinthal hatten in Eschringen Land. Die Rechte als Gemeinde-, Bann- und Hochgerichtsherren erwarben der Deutsche Orden zu 1/4 (1291), Gräfinthal ebenfalls zu 1/4 (1515 und 1666), Nassau-Saarbrücken zu 3/8 (1552 u. 1571) und die Grafen von der Leyen zu 1/8 (1666). Zusammen bildeten sie die „Vierherrschaft Eschringen“, die bis 1793 währte.

Den Dreißigjährigen Krieg (1618-48) überstand der Ort trotz mehrfacher Plünderungen. Allerdings dauerte es 100 Jahre, bis Eschringen wieder die frühere Bevölkerungszahl erreicht hatte. In den Jahren 1680-1697 ging Eschringen an Frankreich. Die Saarbrücker Grafen beanspruchten im 18. Jahrhundert die Landeshoheit über den Ort, was von den vier anderen Herren jedoch nicht anerkannt wurde. Durch die französische Revolution wurde die „Vierherrschaft“ beendet und Eschringen erneut französisch.

Seit 1800 gehörte Eschringen zu Ensheim. 1816 kam der Ort dann in Folge des Wiener Kongress zum Königreich Bayern. Wie in vielen anderen Gemeinden des Bliesgaus veränderte die Industrialisierung die sozialen Rahmenbedingungen. Aus Bauern wurden Industriearbeiter. Die Landwirtschaft zog sich Schritt für Schritt zurück. 1836 erhielt Eschringen sein eigenen Schulhaus, 1907/08 eine Wasserleitung. 1922 erhielt der Ort elektrisches Licht. Der 2. Weltkrieg brachte auch in Eschringen viele Verluste an Menschen und Sachen mit sich. 1958 nach 158-jähriger Zugehörigkeit zur Bürgermeisterei Ensheim wird Eschringen selbständig. Seit 1974 gehört Eschringen mit seinen 1258 Einwohnern zur Stadt Saarbrücken.

Sehenswertes

  • Einige schöne Häuser: zu den denkmalgeschützten Gebäuden gehört u. a. die ehemalige Deutschordensmühle (die aktuellen Gebäude stammen aus der 2. Hälfte des Jahrhunderts nebst eingemauertem Schlussstein von 1706) und das Ensemble des Eschringer Hofes (erbaut ca. 1840 von der Brauereifamilie Bruch).
  • Laurentiuskapelle: ursprünglich um 1275 erbaute einstige Dorfkirche; während des 30-jährigen Krieges stark beschädigt und 1716 wieder aufgebaut; zuletzt 2006–2008 grundlegend renoviert (mehr Informationen |➚| hier).
  • Pfarrkirche St. Laurentius. Weithin sichtbares Wahrzeichen des Ortes, erbaut 1928-30 (noch mehr Informationen|➚| hier)
  • Grenzsteinlehrpfad

Interessant

Aktivitäten

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