Herbitzheim

Der Ort erstreckt sich um den Mündungsbereich des Laudenbaches in die Blies. Wie in vielen Orten des Bliesgaus haben sich auch in Herbitzheim römische Siedlungsstellen (“villae rusticae”) nachweisen lassen. Aus der fränkischen Zeit konnten zwei Schwerter geborgen werden, die heute im Museum zu Speyer aufbewahrt werden. Im Jahr 1382 wird das Dorf als “Herbitzheyni”, abgeleitet von dem altdeutschen Rufnamen Herobod, erstmals erwähnt.

Im Dreißigjährigen Krieg (1618-1648) wurde das Dorf völlig zerstört. 1778 erwarben die von der Leyen den 31 Einwohner zählenden Ort. Reichsgräfin Marianne von der Leyen versteckte sich 1793 auf der Flucht vor französischen Revolutionstruppen auf der kleinen Bliesinsel.

Nach der französischen Revolution stand Herbitzheim bis 1815 unter französischer Militärverwaltung, 1816 fiel der Ort an Bayern.

Interessant: In den deutsch-französischen Krieg 1870/71 marschierten 2 Soldaten aus Herbitzheim sowie zwei Mann mit Fuhrwerken und Marketender. Diese legten ein Gelübde ab, den Josefstag (19. März) feierlich zu begehen, falls keine Menschenleben zu beklagen seien. Da dies der Fall war, ist seither der Josefstag ein kirchlicher Feiertag.

Der 1. Weltkrieg richtete keine Sachschäden im Ort an. Dennoch verloren 22 Herbitzheimer Soldaten ihr Leben auf den Schlachtfeldern. Zu Beginn des 2. Weltkrieg befand sich Herbitzheim in der “Roten Zone”. Diese Zone bezeichnet das Gebiet bis ca. 10 km hinter der Reichsgrenze zu Frankreich. Der Ort wurde geräumt, die Bürger nach Hessen und Thüringen evakuiert. Nochmals mussten die Einwohner im Winter 1944/45 ihre ohnehin bereits beschädigten Häuser verlassen. Für einige Einwohner des Ortes war der Kalkwerkstollen in Gersheim letzte Zuflucht

Der Ort hat heute 700 Einwohner und gehört zur Gemeinde Gersheim.

Sehenswertes

  • Einige schöne Häuser
  • “Dankkreuz”: “Zur Ehre Gottes errichtet von der Gemeinde Herbitzheim um gnädige Abwendung der Cholera 1854”
  • Blieswehr

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Aktivitäten

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