Mittelalter im Bliesgau

Alles andere als eine Blütezeit war das Mittelalter für den Bliesgau.

Alles andere als eine Blütezeit war das Mittelalter für den Bliesgau.

Auf die Römer folgten die Franken. Unter dem Begriff der „Fränkische Landnahme“ werden die Kolonialisierungserfolge im 5. bis 8. Jahrhundert bezeichnet, in deren Verlauf die Region neu besiedelt wurde. Das lässt sich noch an den zahlreichen Ortsgründungen in dieser Zeit ablesen ist. Erkennbar an den Ortsnamensendungen wie „ingen“, „heim“ oder „weiler“. Der Bliesgau (Bliesahgouwe) war ein Herrschaftsbezirk und umfasste neben dem Osten des Saarlandes auch Teile der heutigen Westpfalz.

Im 6. und 7. Jahrhundert – es ist die Zeit der Missionierungen – kamen fromme Einsiedler in das Gebiet. Darunter Ingobertus, der Namenspatron der Stadt St. Ingbert, Wendalinus (St. Wendel) und Pirmin, der um 740 im nahgelegenen Hornbach ein bedeutendes Kloster gründete und Namensgeber für den Ort Bierbach ist. Im Jahr 737 wird übrigens der Bliesgau als fränkischer Gau (pagus blesensis) erstmals urkundlich erwähnt.

Im 9. Jahrhundert und teilweise bis ins 17. Jahrhundert gehörte der Bliesgau zu Lothringen (einige alte Bannsteine mit dem lothringer Doppelkreuz lassen sich noch entdecken). Es folgt eine Zeit wechselnder Zugehörigkeit. Mal gehört die Region den Grafen von Metz, dann den Herren von Saarwerden oder denen von Siersberg bis dann 1339 der Kurfürst und Erzbischof Balduin von Trier die Regentschaft über Teile der Region übernahm. Am Ende gab es zu viele Herren. Von Einigkeit konnte keine Rede sein. Stattdessen kam es zwischen 1405 und 1408 zum Vierherrenkrieg an der Blies. Dabei war der Besitz überschaubar. Die meisten Ortschaften waren winzig, auch die Städte der näheren Umgebung unbedeutend. Selbst Saarbrücken hatte im 11. – 13. Jahrhundert wohl kaum mehr als ein paar Hundert Einwohner.

Unruhig ging es auch weiter. Im Jahr 1525 wird von Bauernunruhen berichtet. Der Dreißigjährige Krieg (1618-1648) und insbesondere das Jahr 1634 richten verheerende Verwüstungen an und hinterlassen ein beinahe menschenleeres Land zwischen Südpfalz und Trier. Viele Orte verschwinden für immer. Anstelle von bestellten Feldern findet man jetzt Gestrüpp und Unkraut, ein Zustand, der sich erst mit der Neubesiedelung unter der Regentschaft der von Leyens allmählich wieder zum Positiven verändert.

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